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Lycopin

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Lycopin und andere Antioxidantien sind in der roten, reifen Tomate enthalten.

Lycopin ist ein Carotinoid-Farbstoff, der in Tomaten und anderen roten Früchten wie Wassermelonen, Papayas, rosa Pampelmusen und rosa Guaven vorkommt. Die botanische Bezeichnung “Solanum lycopersicum” (für Tomate) gab ihm seinen Namen.

Die Farben in Gemüse und Obst entstehen hauptsächlich durch Carotinoide. Zu ihnen gehören ß-Carotin, Lutein, Zeaxanthin und Lycopin, wobei letzteres für die rote Farbe in roten Tomaten und anderen Früchten, in denen es vorkommt, sorgt.

Ähnlich wie andere Carotinoide ist Lycopin ein natürlicher fettlöslicher Farbstoff (in diesem Fall rot), der von einigen Pflanzen und Mikroorganismen (aber nicht von Tieren) synthetisiert wird, wo er als zusätzlicher Licht speichernder Farbstoff wirkt und diese Organismen vor schädigenden Auswirkungen von Sauerstoff und Licht schützt.

Lycopin ist das Carotinoid, das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommt, und eines der stärksten antioxidativ wirksamen Carotinoide.

Zu Obst und Gemüse mit hohem Lycopingehalt gehören nicht nur Tomaten, sondern auch Wassermelonen, rosa Pampelmusen, Papayas und Hagebutten. In der europäischen Ernährung wird jedoch 90 % der Lycopinaufnahme durch Tomaten und Tomatenprodukte gedeckt.

Lycopin und andere Antioxidantien sind in der roten, reifen Tomate enthalten. Wetterbedingungen, Bodenbeschaffenheit, Sortenwahl und Anbaumethoden wirken sich jedoch auf die Gehalte an Lycopin und anderen Antioxidantien in frischen Tomaten aus. Außerdem beeinflussen Verarbeitungs- und Lagerbedingungen den Lycopingehalt im Endprodukt und die Bioverfügbarkeit.

Anders als bei anderen Mikronährstoffen, z. B. Vitamin C, nimmt der Lycopingehalt während der Verarbeitung nicht ab, sondern wird sogar erhöht. Dies geschieht zum einen durch Konzentrationsverfahren, zum anderen durch die bessere Verfügbarkeit des Lycopins aus verarbeiteten Produkten. Weil Lycopin wasser-unlöslich und eng mit den Pflanzenfasern verbunden ist, erhöht der Verarbeitungsprozess die Bioverfügbarkeit. Kochen und Zerkleinern von Tomaten (wie bei der Herstellung von Dosentomaten) und das Servieren in ölhaltigen Speisen (wie Nudelsaucen oder Pizza) verbessert beispielsweise seine Aufnahme aus dem Verdauungstrakt in das Blut erheblich. Lycopin aus Tomatenkonzentrat wird viermal besser vom Körper aufgenommen als Lycopin aus frischen Tomaten. Demzufolge enthalten verarbeitete Tomatenprodukte wie Tomatensaft, -suppe, -soße und -ketchup die höchsten Konzentrationen an bioverfügbarem Lycopin.